RoboCup German Open in Magdeburg
(MOE) [14:13 Uhr] Ja. Das. war. ja. . . . . interessant. Aber der Reihe nach.
Alles begann friedlich in Friedensau (Friedens-au nicht Frieden-sau). Die Nacht wurde weder von Schreien aus dem Wald (Forensische Klinik Lochow) noch von lautstarken morgendlichen Gebeten der Ansässigen unterbrochen. Der Frühstücksraum fand sich dann nicht ausgeschildert drei Häuser weiter, das Frühstück war sehr gut, bis auf die Überraschung, dass es keinen Kaffee gibt. Was es gab, war no-name Malzkaffee, öfter mal was Neues. Während der Fahrt waren alle ausgelassen, der Roboter lief, man sah dem Lauf um 11:00 Uhr mit Spannung entgegen.
In den Hallen ein kleiner Schreck: Die Kommunikation Pi-Arduino klappt nicht mehr. Genaue Beobachtung zeigt: Die Kabel am Levelshifter sind abgerissen. Behebbares Problem, wir erhalten eine Verschiebung des ersten Laufs von 11:00 Uhr auf 12:00 Uhr.
Dann...
... werden die 5V vom Arduino ohne Levelshifter an die 3,3V Eingänge des Pi angeschlossen. Es gibt zwar nicht das sichtbare Rauchwölkchen, aber der Pi transzendiert in eine höhere Bewusstseinsebene.
Kein Problem, schließlich hatte Herr Schoppe dem Team Kamel ja mindestens drei Mal gesagt, dass sie Reserve mitnehmen sollen. Allerdings ... befand sich der einzige Pi 3B+ bei Tim, aber der war informiert und alles war besprochen.
Allerdings ... hatte die Übergabe vor der Fahrt nicht geklappt! Natürlich hätten wir bei Conrad Reserve gekauft, wenn ich das gewusst hätte. Hätte, hätte ... Nun gut, wir sind ja in Magdeburg, wo gibt es den nächsten Pi. Allerdings ... nicht irgendeinen Pi, sondern einen Raspberry Pi 3B+. Reserve-Pis haben einige Teams, einen 3B+ finden wir zuerst nicht, bis Sören, ein freundlicher Schiri von der Orga, einen "alten" 3B+ aus seinem Rucksack holt.
Erste Tests verlaufen erschreckend, der Pi meldet Kernel failures, nichts läuft. Plan B: neu kaufen.
Allerdings ... erfahren wir viele Gespräche und Telefonate später, dass der nächste Ort, der einen (oder auch 44) Pis anbietet ein Händler in Leipzig ist. Das Orga-Team und befreundete Lehrer telefonieren mehrere Freunde ab, und schließlich meldet Olaf von der Orga, dass die Hackers Corner noch einen Pi hätte. Übergabe wäre in der Cafeteria der informatischen Fakultät um 13:30 Uhr. Nicht wirklich hilfreich, aber inzwischen sind wir hinreichend verzweifelt, um zuzustimmen.

Die Orga erlaubt uns, den ersten Lauf auf 17:20 Uhr zu verschieben (nach dem zweiten Lauf um 15:50 Uhr). Puh.
Von den Majors gelang es mir dann doch noch einen Reserve-Pi der Uni Konstanz auszuleihen. Drei Hallen zurückgelaufen und Carlo in die Hand gedrückt. Dem genügte ein Blick, um festzustellen dass in der mit 3B+ beschrifteten Schachtel ein Pi 2B war - also zurück nach Konstanz.
Ich war inzwischen kurz davor nach Leipzig zu fahren, aber nun meldete Carlo, der mit Björn die ganze Zeit gearbeitet hatte, dass der allererste Leih-Pi von Sören nun (mit einem alten Image) stabil läuft. Nochmal Puh.
Bevor ich durchatmen kann, informiert mich Sebastian (von der Hackers Corner), dass er nun etwas früher in der Cafeteria wäre und ich den Pi jetzt sofort kaufen könnte. Eigentlich brauchten wir jetzt ja unmittelbar keinen mehr, aber mit der Hackers Corner will ich es mir auch nicht verderben. Also durch Magdeburg zur Cafeteria gefahren, wo Sebastian mir einen 2B zeigte. Einen 2B! Sebastian meinte, dass hätte ich doch vorher sagen müssen (hatte ich Olaf gesagt), aber nun gut.

Nun meldete sich NO aus Hannover, ob er jetzt sofort losfahren soll, um uns den 3B+ von Tim mit dem Nolte-Express zu bringen. Auch ihm konnte ich die frohe Kunde mitteilen, dass das Kamel inzwischen wieder seine Runden dreht, und es reicht, wenn er wie geplant morgen Nachmittag zum (hoffentlich) jubeln vorbeikommt. Allerdings soll er sicherheitshalber trotzdem Tims Pi mitbringen - wer weiß, wass morgen noch passiert.

Inzwischen bin ich fast froh, dass sich nur ein Team qualifiziert hat, wenn noch mehr Teams mit solchen Schwierigkeiten hier wären ....

Nun gut, schauen wir, was der gleich zweite Lauf bringt.

[16:10 Uhr] Gut ist: Das Kamel fährt wieder. Natürlich gibt es ein allerdings: Das viele Auf- und Abbauen ist nicht ohne Folgen geblieben: Zuerst war das 12V-Kabel an der H-Brücke ab (was um 15:47 erkannt wurde), hektisches Bauen folgte, 15:50 verstrich und Stephan lief schon mal vor. Dann kam das Kamel, lief gewohnt souverän bis zur Flasche, um dort hängenzubleiben, da der IR-Entfernungssensor offenbar ein Opfer der Bauaktionen war.
Und an Opferrettung war noch nicht zu denken.

Also das halb(-volle/-leere) Glas, es gibt einen Lauf, aber noch nicht in der Nähe der möglichen Punkteskala. Positiv ist, dass Team Kamel noch vor dem Lauf den Fehler an der H-Brücke erkannt hat (wenn auch reichlich spät). Mal sehen ob zumindest der erste Lauf die Linie komplett ohne Eingriff schafft.

[18:00 Uhr] Nein. Diesmal ein Parcours mit Rampen und Unterführungen und das Kamel ist mit seinen Aufbauten jedesmal hängengeblieben. Etliche Kreuzungen mit zig Punkten liegen in Sichtweite und das Kamel steht direkt davor und rührt sich nicht, weil es an einer Schraube hängt. Ein GBG-Bekannter, Onno Eberhard, hat zwar als Schiedsrichter die Daumen gedrückt, aber es war nichts zu machen. Also jede Menge Hausaufgaben bis Morgen. Und bei nur einem Streichergebnis schon eine Hypothek. Der einzige Trost ist, dass es bei den Anderen auch noch nicht rund läuft. Aber der verlorene Tag des durchgebrannten Pis schmerzt sehr. Wir werden die Zeit hier nutzen und dann wieder im Dunkel durch den Wald nach Hause fahren.
Blick nach Norden Blick Richtung Magdeburg
Der Herr ist mein Hirte Angekommen
Unser Wohnzimmer Carlo bestellt zwei Pis bei NO
Schleifen, bohren, sägen und programmieren.
Wir sind nicht allein Stephan läuft vor
Das Kamel ist angekommen ... ... und fährt (ein wenig).
Nicht nur das Kamel wir am Herzen operiert Los gehts
Bis zur Ecke nichts zu machen